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Datum: Tue, 13 Apr 2010 13:23:06 +0000 Von: Josip Grbavac josip.grbavac@fcstpauli.com An: Christian Bönig christian.boenig@fcstpauli.com Betreff: FC St. Pauli-Pressemitteilung vom 13. April 2010, Teil 3
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Presseinformation
Stellungnahme & Beschluss des Präsidiums des FC St. Pauli
Das Präsidium des FC St. Pauli ist sich bewusst und begrüßt es ausdrücklich, dass die zahlreichen Fangruppen unseres Vereins sich aktiv und kritisch mit fußball- und fanrelevanten Entwicklungen auseinandersetzen und dieses – wo auch immer – zum Ausdruck bringen. Eine Verweigerung der Unterstützung, sei es durch Fernbleiben oder durch Stillschweigen, also ein Boykott in diesem Sinne, ist ein für Mannschaft und Verein zwar nicht wünschenswertes, aber durchaus legitimes Mittel.
Die Vorfälle vor dem Beginn und bis wenige Minuten nach Spielbeginn in der Promenade der Südtribüne beim Heimspiel gegen den FC Hansa Rostock waren jedoch kein Boykott im obigen Sinne, sondern ein erzwungener Boykott, der für diejenigen, die ihre Plätze einnehmen wollten und daran gehindert wurden, den Straftatbestand der Nötigung erfüllt und zudem einen eindeutigen Verstoß gegen unsere Stadionordnung darstellt. Hierzu liegen uns unzählige Berichte und Beschwerden vor.
Das Präsidium des FC St. Pauli verurteilt das Verhalten der Beteiligten und jede Art von Gewalt und jede damit einhergehende Beschimpfung, egal von welcher Seite, aufs Schärfste. Wir erkennen aber auch an, dass in den uns bekannten Stellungnahmen der beteiligten Fangruppen und des Fanladens diese Aktion auch selbstkritisch reflektiert wird. Aufgrund dieser Stellungnahmen, aber auch um in dieser für unseren Club sportlich so wichtigen Phase, die durch die Aktion gerissenen Gräben nicht weiter zu vertiefen, verzichtet das Präsidium sowohl auf die Erstattung von Strafanzeigen als auch auf die Erteilung von Stadionverboten.
Aber dieser gravierende und in unserer Vereinsgeschichte einmalige Vorfall kann nicht ohne Konsequenzen bleiben. Wie es auch in der Stellungnahme der Fangruppe Ultrà Sankt Pauli (USP) anklingt, kann und darf es auch in Zukunft keine Trennung in „gute“ und „schlechte“ Fans des FC St. Pauli geben. Deshalb kann es auch keinerlei dauerhafte Sonderrechte mehr für einzelne Fangruppen geben. Alle diesbezüglichen, langfristigen Absprachen, insbesondere den Stehplatzbereich der Südtribüne betreffend, sind mit sofortiger Wirkung gegenstands- und wirkungslos. Jegliches Sonderrecht für jede Fangruppe bedarf ab sofort spieltagsbezogen der Zustimmung des Vereins. Nach Saisonende wird das Präsidium über die Vergabe von Dauerkarten für die Stehplatzbereiche entscheiden. Die bereits ausgegebenen Berechtigungsscheine auf einen Stehplatz behalten aber ihre Gültigkeit.
Das Millerntor-Stadion und der FC St. Pauli stehen für friedliches Miteinander, gegenseitigen Respekt und Toleranz der Fans verschiedenen Alters, Geschlechts, sozialer Herkunft und sexueller Orientierung. Diese Grundwerte sind beim Spiel gegen den FC Hansa Rostock nicht nur von den „Blockierern“ schwer beschädigt worden. Die entstandenen Gräben wieder zuzuschütten, aufeinander zuzugehen und angstfrei ein Fußballspiel am Millerntor erleben zu können, das ist und sollte vornehmste Aufgabe nicht nur der Vereinsverantwortlichen, sondern insbesondere auch unserer einmaligen Fans sein.
FC St. Pauli Termine:
· Dienstag, 13. April 2010, 10.00 Uhr, Kollaustraße
· Mittwoch, 14. April 2010, 15.00 Uhr, Kollaustraße
· Donnerstag, 15. April 2010, 13.00 Uhr, Kollaustraße (nicht öffentlich)
· Freitag, 16. April 2010, 09.30 Uhr, Kollaustraße, danach Abfahrt nach Berlin
· Samstag, 17. April 2010, 13.00 Uhr, Ligaspiel gegen Union Berlin
· Sonntag, 18. April 2010, 10.00 Uhr, Kollaustraße
· (kurzfristige Änderungen sind möglich)
Bei Rückfragen: Christian Bönig
FC St. Pauli von 1910 e. V. Geschäftsstelle Auf dem Heiligengeistfeld 20359 Hamburg FON: 040 / 31 78 74 – 22 FAX: 040 / 31 78 74 – 27 E-Mail: christian.boenig@fcstpauli.com Web: www.fcstpauli.comhttp://www.fcstpauli.com/
Meine Webpojekte: http://www.stefan-rosskopf.de/ Wilder Büchertausch: http://kiezkicker.bookcrossing.com/ Schalke war heute eine Nummer zu groß für uns, nicht nur von der Größe her. (Bernd Schneider)
Insgesamt ausgewogen. Was allerdings die Zukunft der Vergabe der DKs betrifft, bin ich ein wenig überfragt, was die Andeutungen sollen. Szenen wie 1995 will ja wohl niemand mehr sehen, oder?
Der Verein musste zumindest ein leichtes Zeichen nach außen setzen, dass sie weiterhin oder wieder Herr im Hause/Stadion sind. Alles andere hätte unliebsame Konsequenzen seitens des Verbandes und der Ordnungsmacht nach sich gezogen.
Ohne Stadionverbote und Anzeigen auszukommen und trotzdem den Finger zu heben, liegt am unteren Ende der Maßnahmen, die aufgrund des öffentlichen Drucks möglich waren - meine Meinung.
Beste Grüße Parmi
Am Dienstag, den 13.04.2010, 17:01 +0200 schrieb Stefan Rosskopf:
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Erklärung des Präsidiums
Am Tue, 13 Apr 2010 17:36:58 +0200 schrieb Björn Pahrmann privat bjoern.pahrmann@bjoern-pahrmann.de:
Insgesamt ausgewogen. Was allerdings die Zukunft der Vergabe der DKs betrifft, bin ich ein wenig überfragt, was die Andeutungen sollen. Szenen wie 1995 will ja wohl niemand mehr sehen, oder?
Och, wieso eigentlich nicht, immerhin bauen wir gerade ein neues Stadion, und auch 1995 habe ich eine Dauerkarte erhalten. Jeky ist bestimmt auch begeistert, wenn das so umgesetzt wird wie ich es mir im Moment vorstelle- das nämlich halt in der kommenden Saison alles beim alten bleibt, was die Stehplätze der Süd angeht, danach dann aber möglicherweise der Verein den Verkauf übernimmt- in welcher Form der das dann machen wird, ist zumindest mir ziemlich klar- jedenfalls nicht mehr nach dem Südkonzept, sondern so, dass es für ihn selbst am unproblematischten ist- eben mit DK-Vorkaufsrecht. Aber die Jeky hat sich ja eh überlegt sich nen Sitzplatz zu kaufen, und bis dahin sollte die Haupt ja hoffentlich stehen. :-)
Der Verein musste zumindest ein leichtes Zeichen nach außen setzen,
Unbestreitbar.
dass sie weiterhin oder wieder Herr im Hause/Stadion sind. Alles andere hätte unliebsame Konsequenzen seitens des Verbandes und der Ordnungsmacht nach sich gezogen.
Ohne Stadionverbote und Anzeigen auszukommen und trotzdem den Finger zu heben, liegt am unteren Ende der Maßnahmen, die aufgrund des öffentlichen Drucks möglich waren - meine Meinung.
Ich hätte nen Stadionverbot befürwortet, und zwar für diejenigen, die aktiv blockiert haben. Für den Rest der Saison. Und meinetwegen auch ein juristisches Verfahren (wobei das dann eh erstmal Sache des Ehrenrates wäre), denn so klar und eindeutig, wie der Verein das mit der Nötigung hinstellt (wenigstens ist man mittlerweile von der Körperverletzung und Freiheitsberaubung abgerückt) ist es halt dann wirklich nicht...
Was der Verein aber jetzt andeutet, ist für mich deutlich mehr als nur die Finger zu heben, aber bevor ich da jetzt genauer werde, möchte ich morgen erstmal mit den Leuten vom FL und USP sprechen, die beim Gespräch heute (mitlerweile gestern- scheisse, ist es echt schon 3 Uhr?) anwesend waren.
Ein miteinander reden und aufeinander zugehen stelle ich mir jedenfalls etwas anders vor als direkt mal alles infrage zu stellen, was auch nur irgendwie greifbar ist.
Meine Webpojekte: http://www.stefan-rosskopf.de/ Wilder Büchertausch: http://kiezkicker.bookcrossing.com/ Schalke war heute eine Nummer zu groß für uns, nicht nur von der Größe her. (Bernd Schneider)
Am 14. April 2010 03:03 schrieb Stefan Rosskopf stadionbau@kiezkicker.de:
Am Tue, 13 Apr 2010 17:36:58 +0200 schrieb Björn Pahrmann privat bjoern.pahrmann@bjoern-pahrmann.de:
Insgesamt ausgewogen. Was allerdings die Zukunft der Vergabe der DKs betrifft, bin ich ein wenig überfragt, was die Andeutungen sollen. Szenen wie 1995 will ja wohl niemand mehr sehen, oder?
Och, wieso eigentlich nicht, immerhin bauen wir gerade ein neues Stadion, und auch 1995 habe ich eine Dauerkarte erhalten. Jeky ist bestimmt auch begeistert, wenn das so umgesetzt wird wie ich es mir im Moment vorstelle- das nämlich halt in der kommenden Saison alles beim alten bleibt, was die Stehplätze der Süd angeht, danach dann aber möglicherweise der Verein den Verkauf übernimmt- in welcher Form der das dann machen wird, ist zumindest mir ziemlich klar- jedenfalls nicht mehr nach dem Südkonzept, sondern so, dass es für ihn selbst am unproblematischten ist- eben mit DK-Vorkaufsrecht. Aber die Jeky hat sich ja eh überlegt sich nen Sitzplatz zu kaufen, und bis dahin sollte die Haupt ja hoffentlich stehen. :-)
Ist ja nicht so, dass Littmann diese Entscheidung für mich getroffen hat. Weiß auch nicht ganz, was ich nun in Deinem Beitrag zu suchen habe. Ob ich nun sitze, stehe oder mit dem Kopf nach unten vom Tribünendach hänge, ist mir relativ wurscht, ich würde nur gern weiter Spiele live am Millerntor mit meiner Bezugsgruppe zusammen sehen. Und davon bin ich genauso weit entfernt oder nah dran wie vorher auch.
Der Verein musste zumindest ein leichtes Zeichen nach außen setzen,
Unbestreitbar.
dass sie weiterhin oder wieder Herr im Hause/Stadion sind. Alles andere hätte unliebsame Konsequenzen seitens des Verbandes und der Ordnungsmacht nach sich gezogen.
Ohne Stadionverbote und Anzeigen auszukommen und trotzdem den Finger zu heben, liegt am unteren Ende der Maßnahmen, die aufgrund des öffentlichen Drucks möglich waren - meine Meinung.
Ich hätte nen Stadionverbot befürwortet, und zwar für diejenigen, die aktiv blockiert haben. Für den Rest der Saison. Und meinetwegen auch ein juristisches Verfahren (wobei das dann eh erstmal Sache des Ehrenrates wäre), denn so klar und eindeutig, wie der Verein das mit der Nötigung hinstellt (wenigstens ist man mittlerweile von der Körperverletzung und Freiheitsberaubung abgerückt) ist es halt dann wirklich nicht...
Das glaube ich gerne, dass Du das lieber hättest, der Unterschied liegt ja beim AKTIV blockieren. Da nicht versucht wurde, die Blockade zu durchbrechen (gottseidank), gab es keinen Anlass, von passiv auf aktiv umzuschalten, sonst wärst Du ja beim Stadionverbot sofort am Start. ;-) Dass das aber nicht folgenlos bleiben durfte, ist m.E. unstrittig.
Was der Verein aber jetzt andeutet, ist für mich deutlich mehr als nur die Finger zu heben, aber bevor ich da jetzt genauer werde, möchte ich morgen erstmal mit den Leuten vom FL und USP sprechen, die beim Gespräch heute (mitlerweile gestern- scheisse, ist es echt schon 3 Uhr?) anwesend waren.
Ein miteinander reden und aufeinander zugehen stelle ich mir jedenfalls etwas anders vor als direkt mal alles infrage zu stellen, was auch nur irgendwie greifbar ist.
So wie ich die Erklärung verstehe, ist nicht generell alles in Frage gestellt, sondern lediglich das "Hausrecht" für die Süd wieder übernommen worden. Einen Anlass, den Laden abzureißen, zu verbieten, Flugblätter zu verteilen etc etc sehe ich nirgends, sie behalten sich nur vor, bei ANLASS ihr Hausrecht auszuüben. Wie in allen anderen Kurven auch.
Mich hat diese Entscheidung gefreut, da ich mich zumindest vom Verein als Fan ernstgenommen fühle und meine Interessen eben nicht nebensächlich sind. Ich habe seit der Blockade mit den Sätzen "Ihr seid keine Fans" und "Ihr habt keine Rechte" gehadert, weil das genau der Eindruck ist, den man zunehmend hatte als "Normalfan". Wenn Littmann, wie es offensichtlich von Dir erwartet wurde, aus "Angst" vor den angedrohten Konsequenzen bei Sanktionen gekniffen hätte, wäre ich mehr als nur enttäuscht gewesen. Hat er aber nicht.
Die Stimmung beim Spiel war großartig und das Gefühl, wie das ist, wenn alle an einem Strang ziehen, war beim Support unbeschreiblich. Aber wenn das Problem, das nicht erst seit der Blockade besteht, nicht angegangen worden wäre, wäre diese Harmonie von kurzer Dauer gewesen. Da bin ich sicher.
Erik sagte am Montag, vielleicht hat das alles so eskalieren müssen, damit das, was "unter der Haut" schon lange gärte bei vielen, mal zu Tage kommt und auch Konsequenzen daraus gezogen werden, für einen neuen Start. Wenn es klappt, war die Blockade wenigstens für was gut. Ich für meinen Teil habe mit dem Thema dann abgeschlossen und geniesse meine letzten Spiele mit DK. Alles andere wird sich zeigen.
Gruß Daniela
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hallo,
ich möchte nur gerade mal meine sicht zur von stefan bezweifelten begrifflichkeit "nötigung" sagen. inwieweit hier juristisch eine nötigung vorlag, kann ich nicht sagen. in meinen augen ist aber "nötigung" wenn jemand zu einem bestimmten verhalten gezwungen wird. wenn ich zum beispiel auf der autobahn in einem streckenabschnitt, auf dem tempolimit 100 vorgeschrieben ist, mit exakt tempo 100 die linke spur "blockiere" (da haben wir das böse wort wieder) und andere autos nicht vorbei lasse - sie also zwinge ebenfalls mit tempo 100 hinter mir her zu fahren, bekomme ich von der polizei einen strafzettel wegen "nötigung". dies finde ich vergleichbar.
gruß, tommy