Das die Polizei mit der Konfliktbewältigung in den Stadien überfordert ist, ist ja allgemein bekannt. Wobei das meines Erachtens nach oft nicht nur der Pol-Führung zu zuschreiben ist, sondern mehr an dem Personal an sich liegt. Ich habe da auch schon meine Erfahrungen gemacht (von der grünen und der braun/weißen Seite aus) und auch im Zusammenhang mit den Stellingern. Nur stand seiner Zeit der Fanladen hinter mir und es waren genügend Zeugen da, die zu meinen Gunsten aussagten. Sonst hätte eine eigentlich unscheinbare Situation, in der ich nur schlichten wollte, ähnliche Konsequenzen für mich haben können.
Ein Stadionverbot ist eine gute Maßnahme bei den Personen, die sich weigern das Ereignis Fußball als eine Art Feier und Freizeitspaß zu sehen und statt dessen andere Menschen immer wieder bedrohen, beleidigen gar verletzen und immer wieder die Regeln einer eigentlich friedlichen Gemeinschaft brechen.
Nur darf der Verein meiner Ansicht nach "niemals" eine solche -in der Konsequenz doch sehr harte- Maßnahme ohne die jeweiligen Fanbeauftragten durchführen. Denn schließlich sind diese Personen bei den FB viel früher und besser bekannt als beim Verein selbst.
Das klappt bei anderen Vereinen wesentlich besser (bis auf bei Freiburg, da war der Fanbeauftragte strammer als die Fans selbst) und deshalb muß ich ehrlich gestehen, das ich in dieser Sache von "unserem" Verein maßlos enttäuscht bin. Das so still einfach durchzugeben und die Personen nicht darüber zu informieren, keine Stellung und keine Beweise zu prüfen ist für mich als "Fan" ein Schlag ins Gesicht! Denn wie gesagt, es hätte auch ich sein können, oder Du oder irgendeiner von uns.
Die Protestaktion vom Samstag war für ´n ... (nix gegen die Orga) aber es hat nichts gebracht.
Je mehr ich darüber lese und mich damit beschäftige, umso mehr kriege ich die Wut. Eigentlich sollten mal 16000 Leute zu Hause bleiben bei einem Heimspiel oder besser, es bleiben für die ersten 45 min möglichst viele vorm Stadion stehen mit ein em Schild um den Hals " Ich bin ein Fan und habe Stadionverbot!" oder "Darf ich heute rein, Herr Littmann?" Bloß Schade das man dafür vermutlich nicht mehr als 30 Leute zusammen kriegt und einen die Anderen dann wahrscheinlich auch noch belächeln weil sie sich nicht darüber im Klaren sind, was da eigentlich geschehen ist.
So , ich hab mich jetzt hoch geschaukelt und werde nun wohl doch zum Hammerwerfen gehen.
So eine Scheiße.
Trotzdem viele Grüße Carlos
----- Original Message ----- From: "Tommy Molotow" tommy@punkrocker.de To: pirates@yahoogroups.de Sent: Monday, March 22, 2004 12:50 PM Subject: Re: AW: [NP] unsere Fans beim Derby
Am 22 Mar 2004 um 12:24 hat André Krenz geschrieben:
Kann man mir da etwas genauere Infos geben, interessiert mich nämlich
schon
recht dolle. Meine gelesen zu haben, dass die Leute keine Gelegenheit hatten/haben sich zu äußern?
Vom Hörensagen: Offenbar sind 6 Personen, die der Trachtengruppe grün-weiss als Störenfriede und unbequeme Personen namentlich bekannt waren Herrn Littmanen benannt worden mit der Anweisung, diesen Stadionverbot am Millerntor auszusprechen. Sven Brux musste dieses Verbot als Organisationshäuptling unterzeichnen. Er wollte das nicht unterschreiben, da ihm keinerlei genaue Begründung, Beweise oder sonstwas vorgelegt wurden aber es wurde ihm in irgendeiner Form mit "Konsequenzen" gedroht, falls er sich weigert. Die Stadionverbote sind nicht (wie eigentlich bei sowas üblich) bundesweite Verbote sondern beziehen sich wohl nur auf das Millerntor. Da die Anweisung erst Freitag kam, sind die Personen wohl weder zur Sache verhört/befragt worden, noch konnte ihnen das Stadionverbot schriftlich zugehen sondern die Personen sollten dann am Samstag vor Ort abgewiesen werden bzw. aus dem Stadion geholt werden falls sie doch drin wären. (Was da jetzt am Samstag zutraf, weiss ich auch nicht.) Für die Aktion in der aola-rena sind die Leute wohl nicht verantwortlich. Herr Littmanen hätte imho das Ansinnen der Freunde und Helfer einfach ablehnen können bzw. auf Vorlage von Beweisen bestehen können, da es sich wie gesagt nicht um bundesweite Stadionverbote handelt, wo der DFB (oder DFL oder wie auch immer die Brüder jetzt heissen) ansonsten dem Verein Probleme hätte bereiten können. Soweit ich das gehört habe, war das ein Deal nur zwischen Cops und Corny. Da ich auch bislang noch keine offiziellen Stellungnahmen zu der Sache gehört habe und auf der Vereins-Page auch noch nichts dazu steht, vermute ich mal, dass man jetzt verweifelt überlegt, wie man das Kind wieder aus dem Brunnen holen kann und der scheint mir ziemlich tief zu sein. Bin mal gespannt, ob Herr Littmann hier einen Fehler einräumt oder ob man versucht, stimmige Gründe für das Verbot nachzuliefern was m.E. aber auch nicht die Art und Weise rechtfertigen würde, in der dort vorgegangen wurde und Druck auf Vereinsangestellte und Fanladen ausgeübt wurde. Alles ziemlich unwürdig...
Gruss, Tommy
Lustig, lustig, Ihr lieben Brüder - scheissegal in welcher Liga - wir stehn immer zu Sankt Pauli - am Millerntor sind wir zuhaus...